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Liebe Leserin, lieber Leser,

viele Angehörige in unseren Seminaren begleiten und pflegen ein Familienmitglied, das an einem anderen Ort lebt. Die Pflege aus der Ferne bringt besondere Herausforderungen und emotionale Belastungen mit sich. Darum geht es unter anderem auch in der aktuellen Podcast-Folge von "Leben, Lieben, Pflegen".

Bei der tieferen Auseinandersetzung mit dem Thema hat uns überrascht, dass es bisher nur sehr wenige Studien und Veröffentlichungen zu dem Thema gibt. Denn immer mehr Menschen verlassen aufgrund von Liebe und/oder Beruf ihren Heimatort. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich viele gar nicht als "Pflegende Angehörige" fühlen, geschweige denn als solche betiteln würden.

Das Kümmern aus der Ferne kostet viel Zeit und belastet emotional. Wir möchten uns gerne dafür einsetzen, dass diese Form der Sorgearbeit mehr Wertschätzung erfährt und wahrgenommen wird. Vielleicht gibt ja auch Ihnen dieser Newsletter einen Impuls zur Reflexion.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

    Herzliche Grüße 

   
    Isabelle Henn


Leben, Lieben, Pflegen

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Wie kann man seinen Angehörigen mit Demenz
unterstützen, wenn man nicht in der Nähe wohnt? Darüber sprechen Familiencoach Anja Kälin und Bloggerin Peggy Elfmann in der 16. Folge von "Leben, Lieben, Pflegen - Der Podcast zu Demenz und Familie".
Die beiden unterhalten sich unter anderem darüber, was Pflege aus der Ferne bedeutet, warum ein Netzwerk vor Ort wichtig ist und wie man aus der Ferne erkennt, ob die Pflege vor Ort gut läuft.
Podcast anhören

Worksheet "Pflege aus der Ferne"

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Wer einen Menschen mit Demenz aus der Ferne begleitet, kennt das Gefühl der ständigen Zerrissenheit. Mit unserem aktuellen Worksheet wollen wir ein paar Strategien aufzeigen, um die Pflege aus der Ferne gut zu gestalten.  
Worksheet herunterladen

Rückblick Spendenaktion "Leuchtende Weihnacht"

Unser virtueller Weihnachtsbaum war an Heiligabend hell erleuchtet! Wir sind überwältigt von der vielfältigen Unterstützung und bedanken uns von Herzen bei allen Spenderinnen und Spendern für ihre Großzügigkeit. Mit der tollen Spendensumme von 63.970 Euro helfen Sie uns bei der Finanzierung unserer Angehörigenseminare und Angehörigengruppen, dem Angehörigentag "Demenz Meet" sowie unserer Konzertreihe "Musik im Kopf".    

Online-Gruppe für Young Carers

Am 9. März starten wir eine Online-Gruppe für junge Angehörige von Menschen mit Demenz. Mit den Demenz-Buddies möchten wir einen Raum für Austausch, Vernetzung und Hilfe bieten. Die kostenfreie Online-Gruppe richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren, die entweder direkt oder indirekt von Demenz in der Familie oder im persönlichen Umfeld betroffen sind. Geplant sind acht Treffen via Zoom, jeweils mittwochs von 18 bis 20 Uhr. Mehr Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie auf unserer Website.
Demenz-Buddies kennenlernen

Online-Denkwerkstatt "Fotografieren und Demenz"  

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Im Rahmen unseres Fotowettbewerbs "Demenz Neu Sehen" bieten wir am Donnerstag, 3. Februar, um 19 Uhr die kostenfreie Online-Denkwerkstatt "Fotografieren und Demenz" an. Eingeladen sind allgemein Interessierte sowie Personen, die am Fotowettbewerb teilnehmen wollen. Denn es ist nicht selbstverständlich, Menschen mit einer demenziellen Veränderung zu fotografieren. Es kann der Zugang fehlen, Scheu und innere Widerstände wollen überwunden sein. Der Bremer Fotograf und offizielle Botschafter des Wettbewerbs, Hauke Dressler, wird bei diesem Gedankenaustausch in einem ZOOM-Workshop von seinen Erfahrungen berichten, wertvolle Impulse geben und Fragen beantworten.
Zur Denkwerkstatt anmelden
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Angehörigenseminare

Online oder Präsenz in München

Eine Demenzerkrankung bedeutet nicht nur Veränderung für Betroffene selbst, sondern auch für die Angehörigen und andere nahestehende Menschen. Unsere EduKation Demenz®-Seminare können dabei helfen, die Krankheit und ihre Auswirkungen besser zu verstehen und einen passenden Umgang zu lernen. Das kostenfreie Seminar umfasst zehn zweistündige Sitzungen und findet sowohl im Onlineformat als auch in Präsenz statt. Die Teilnehmerzahl ist pro Seminar auf acht Personen begrenzt.

Wenn Sie an einem Seminar teilnehmen möchten, schreiben Sie uns an akademie@desideriacare.de oder rufen Sie uns an: 089-59 99 74 33

Die nächsten Termine:

  • Montag, 17. Januar, 10 – 12 Uhr, Online
  • Dienstag, 1. Februar, 19 – 21 Uhr, Online
  • Montag, 14. Februar, 17:30 – 19:30 Uhr, Online
  • Freitag, 11. Februar, 9:30 – 11:30 Uhr in Präsenz in Laim
  • Donnerstag, 24. Februar, 18 – 20 Uhr, Online
  • Montag, 14. März, 19 – 21 Uhr, Online
  • Dienstag, 22. März, 17 – 19 Uhr in Präsenz in Grünwald
  • Dienstag, 26. April, 10 – 12 Uhr, Online
  • Donnerstag, 28. April, 9:30 – 11:30 Uhr in Präsenz in Trudering
  • Dienstag, 20. September, 17 – 19 Uhr in Präsenz in Grünwald
Infos und Anmeldung
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Interview mit Peggy Elfmann

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Die Journalistin und Bloggerin Peggy Elfmann pflegt ihre an einer Alzheimer-Demenz erkrankte Mutter aus der Ferne. 400 Kilometer – rund vier Stunden Fahrzeit – liegen zwischen München, wo Peggy mit ihren drei Töchtern lebt, und ihrem Heimatort, wo ihre Eltern wohnen.

Wie erlebst Du die Pflege aus der Ferne?
Ich erlebe es als Kompromiss und fühle mich häufig zerrissen. Ich habe oft ein schlechtes Gefühl, denn ich wäre gerne häufiger bei meinen Eltern, um für Mama da zu sein und meinen Papa mit der Pflege zu unterstützen. Bei manchen Dingen kann ich meinen Eltern aus der Ferne helfen, aber es sind oft nur organisatorische Dinge oder Recherche zu Hilfsmitteln. Aus der Ferne bekommt man nicht so gut mit, wie die tatsächliche Pflegesituation zu Hause ist. Außerdem fehlt mir meine Mama einfach. Sie spricht kaum noch, telefonieren funktioniert schon lange nicht mehr. Ich kann ihr wirklich nur dann nah sein, wenn ich bei ihr bin.

Was hast Du für Dich aus dieser Situation mitgenommen?
Ich finde es wichtig, dass man ein Netzwerk rund um den Menschen mit Demenz aufbaut und sich mit all den Unterstützern regelmäßig austauscht. Gut ist auch, wenn diese Teilnehmer untereinander Kontakt zueinander haben, also zum Beispiel auch Arzt oder Ärztin mit dem Pflegedienst in Kontakt treten oder der Pflegedienst von der Tagespflege weiß. Mich entlastet es zu wissen, dass meine Eltern in ihrer Nachbarschaft gut aufgehoben sind und sich bei akuten Problemen dort hinwenden können.

Siehst Du auch positive Aspekte an Distant Care?
Dadurch, dass ich immer wieder aus der Situation herauskomme, habe ich viel Gelegenheit zum Reflektieren und mich mit Herausforderungen auseinanderzusetzen. Und natürlich kann ich in der Ferne viel besser meine Akkus aufladen, als wenn ich permanent in der Pflege-Situation stecken würde.

Peggy Elfmann schreibt auf ihrem Blog www.alzheimerundwir.com über ihre Erfahrungen und hat ein Buch dazu herausgebracht („Mamas Alzheimer und wir“).
Ganzes Interview lesen

Désirée von Bohlen zu Gast beim Podcast "Permanent Change" 

Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf werden immer wichtiger. Unsere Gründerin und Vorständin Désirée von Bohlen und Halbach spricht in der aktuellen Folge des Podcast "Permanent Change – Selbstbestimmt in die Zukunft" mit den beiden Hosts Thomas Lorenzen und Thomas Wehrs über das Thema Demenz in Organisationen. Zum einen beleuchten sie die herausfordernde Situation von Mitarbeitenden mit Pflegeverantwortung. Dieses Thema erfährt in vielen Unternehmen immer noch wenig Sichtbarkeit. Zum anderen geht es um Mitarbeitende, die selbst an Demenz erkranken – und wie der Arbeitgeber hier unterstützen kann.
Podcastfolge anhören

Riccarda schaut...

"Es ist die Krankheit, die anstrengend ist, sie ist wirklich anstrengend, aber nicht mein Mann."

Die Dokumentation "Nur das Heute zählt – Familienleben mit Demenz" ist Teil der Reihe "37 Grad" des ZDF. Der Film begleitet über ein halbes Jahr drei Demenz-Patienten und deren Familien. Ich finde die 28 Minuten wirklich sehr sehenswert, da sie ein realistisches und reflektiertes Bild der Krankheit und ihrer Pflege widerspiegeln. Die Dokumentation ist noch bis zum 3. Dezember 2022 in der ZDF-Mediathek kostenfrei verfügbar. 
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Wir stellen uns vor: Andrea Krause, Omsorg Familien-Coach 

Wer steckt eigentlich hinter unserem Omsorg Familien-Coaching? In jedem Newsletter stellen wir einen Coach vor.

Andrea Krause
Heilpraktikerin für Psychotherapie, Systemischer Coach, Systemische Einzel-, Paar- und Familientherapeutin. Außerdem Business Controllerin und Analystin bei einer Spezialbank, studierte Linguistin (M.A.).

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Was sind Deine Erfahrungen mit Demenz?
Mein Großvater hatte eine spät beginnende Alzheimer-Demenz, an der er letztlich auch gestorben ist. Ich kann mich noch erinnern, wie die Familie verzweifelt versucht hat, ihn zu überreden, seinen Führerschein abzugeben, nachdem er mehrere Unfälle verschuldet hatte. Irgendwann hat er es sogar eingesehen. Als Kind/Jugendliche habe ich das allerdings noch nicht so richtig verstanden. Mir war aber schon früh klar, dass mit meinem Großvater irgendwas nicht stimmt und dass das Einfluss auf die gesamte Familie nimmt.

Was möchtest Du Deinen Klienten mitgeben?
Für mich geht es darum, die Demenz und die damit verbundenen Schwierigkeiten nicht klein zu reden und gleichzeitig die Klienten zu ermutigen, auch das zu sehen, was außerhalb der Demenz ihrer/s Angehörigen in ihrem Leben noch existiert. Meist ist das viel mehr als sie im ersten Moment glauben. Das kann Mut geben, das Leben nicht nur in Schwarz- und Grauschattierungen zu erleben, sondern wieder mehr Farbe zu sehen.

Was ist Deine Lieblingsmethode?
Ich habe nicht "die" Lieblingsmethode. Die Wahl der Methode ist letztlich immer vom Kontext, der Fragestellung und der Persönlichkeit der Klienten abhängig. Grundsätzlich mag ich alles, was Klienten überrascht und aus der Reserve lockt, die Welt auch einmal anders zu betrachten.

Was ist Dein Motto im Coaching?
"Wenn es einfach wäre, hätten Sie es längst gemacht." Und: "Wenn alles bleibt, wie es ist, bleibt alles so, wie es immer war."

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Zahl des Monats 

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen jeden Monat eine interessante Zahl rund um unser Thema des Monats vor.
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1 Stunde Fahrzeit oder mehr liegen zwischen Pflegendem und seinem Angehörigen – so wird der Begriff Distance Caregiving  international definiert (National Alliance for Caregiving, 2004). In Deutschland machen pflegende Angehörige einen wesentlichen Teil der pflegerischen Versorgung aus. Oft übernehmen sie kombinierte Aufgaben im organisatorischen und direkten pflegerischen Bereich vor Ort (Bevan et al., 2012). Zur Größe dieser Personengruppe gibt es jedoch keine genauen Zahlen, da dieses Thema ein bislang wenig erforschtes Gebiet ist und somit keine verlässlichen Studien existieren.

Tipp des Monats

In der aktuellen Ausgabe von ZEIT CAMPUS schreibt der Autor Lukas Hildebrand über seine Oma, die Alzheimer hat. Er besucht sie jahrelang aus Scham, Angst und Wut nicht und entschließt sich dann, sie wiederzusehen. Der Artikel ist sehr berührend und zeigt nochmal deutlich, dass Demenz alles verändert - nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern auch das ihrer Angehörigen. Es ist ein sehr empfehlenswerter Artikel und besonders freuen wir uns darüber, dass dieses so wichtige Thema immer öfter einen Platz in den Medien bekommt und offener darüber gesprochen wird. 
Artikel lesen

Desideria Care e.V.

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Inspiriert vom Engagement meiner Tante, der Schwedischen Königin, für Menschen mit Demenz habe ich, Désirée von Bohlen und Halbach, 2017 in München den gemeinnützigen Verein Desideria Care e.V. gegründet. 
Der Verein unterstützt und stärkt Familien mit Angehörigen, die an Demenz erkrankt sind. Mit innovativen Angeboten gibt Desideria Care Betroffenen und ihren Angehörigen eine Perspektive. Eckpfeiler hierfür sind Wissen, Selbstfürsorge und Lebensqualität. Desideria Care setzt sich für eine demenzfreundliche Gesellschaft ein, in der Demenz kein Stigma und Tabu ist. Ziel ist es, ein Umdenken in der Gesellschaft zu bewirken und mehr Teilhabe und Lebensqualität für betroffene Familien zu schaffen. 

Als Gründerin von Desideria Care e.V. bitte ich Sie herzlichst, unsere Projekte mit Ihrer Spende zu unterstützen oder Fördermitglied in unserem Verein zu werden. Nur gemeinsam gelingt es, auch zukünftig für von Demenz betroffene Familien da zu sein.
Jetzt spenden oder Fördermitglied werden
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